Die Initiative „Weltoffenes Thüringen“ ruft zu einem „Fest der Demokratie“ am 4. Juli in Erfurt auf. Anlass ist der geplante Bundesparteitag der in Teilen rechtsextremistischen AfD in der Thüringer Landeshauptstadt, wie ein Bündnissprecher am Montag erklärte. Dabei erinnerte er daran, dass die NSDAP genau 100 Jahre zuvor ihren Reichsparteitag 1926 in Weimar abhielt. Mit dem Gegenprogramm will die Initiative ein Zeichen für Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen.
Unter dem Titel „Erfurt - Stadt der Freiheit, der Verantwortung und der Demokratie“ betont der Aufruf die Bedeutung der Stadt als Ort religiöser und politischer Entwicklungen. Zugleich verweist der Text auf historische Brüche, wie etwa die Zeit des Nationalsozialismus und die Rolle Erfurts in der industriellen Organisation des Holocaust.
Bündnis aus Politik, Religion und Gesellschaft
Geplant seien auch mehrere dezentrale Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet zwischen dem 3. und 5. Juli, hieß es weiter. Das genaue Programm ist noch in Arbeit.
Demokratie sei nicht selbstverständlich, schreiben die Initiatoren in dem Aufruf. Sie lebe von Beteiligung und der aktiven Nutzung der Grundrechte. Bürgerinnen und Bürger seien aufgefordert, sich einzubringen und für die freiheitlich-demokratische Grundordnung einzutreten.
Mehr als 140 Erstunterzeichnende aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Religion unterstützen nach Angaben der Initiative den Aufruf. Die 2024 gegründete Initiative „Weltoffenes Thüringen“ versteht sich als zivilgesellschaftliches Bündnis für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und gesellschaftliche Vielfalt.