Verfassungsschutz warnt vor digitaler Manipulation
Potsdam (epd).

Brandenburgs Verfassungsschutz warnt vor neuen Dimensionen digitaler Bedrohungen. Dazu gehörten prorussische Kampagnen, die KI-Chatbots sowie synthetische Avatare einsetzen, um die öffentliche Meinung gezielt zu manipulieren, teilte das Innenministerium unter Berufung auf den neuen Verfassungsschutzbericht 2025 am Montag in Potsdam mit.

In regionalen Diskussionen über konfliktbehaftete Themen wie Energiepreise, Infrastruktur oder Migration wirkten solche KI-Äußerungen wie unsichtbare Keile, hieß es. Sie verzerrten Debatten, während die eigentliche Manipulation im Verborgenen bleibe.

Sekundenschnelle Fälschungen

Durch technologische Fortschritte hätten sich die Bedingungen im digitalen Raum grundlegend verändert, hieß es weiter. Moderne KI-Programme erlaubten es, in Sekundenschnelle täuschend echte Texte, Bilder, Tonaufnahmen und Deepfake-Videos zu generieren.

Für die Zukunft sehe der Verfassungsschutz zwei zentrale Bedrohungen, betonte das Ministerium. Zum einen drohten gefälschte regionale Netzwerke. Dort täuschten wie im Fall des sogenannten „Brandenburg-Mädels“ künstliche Profile eine lebendige Nachbarschaft vor, um rechtsextreme Inhalte als harmlose Alltagsthemen zu tarnen. Zum anderen drohten Blitz-Fakes bei aktuellen Ereignissen wie Naturkatastrophen, Unfällen oder auch in Wahlkämpfen.

Angriff auf die Demokratie

Innenminister Jan Redmann (CDU) betonte, solche KI-Kampagnen verfälschten nicht nur Fakten, sie attackierten das Fundament der Demokratie. Die größte Bedrohung sei dabei die schleichende Verunsicherung durch die Unsicherheit im Alltag, ob digitale Nachrichten, Videos und vermeintliche Nachbarn auch echt sind.