Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe sind seit Oktober 2025 bundesweit mindestens 14 wohnungslose Menschen erfroren. In sechs weiteren Fällen bestehe der Verdacht von Kältetoden, heißt es in einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Mitteilung. Die Angaben stammten aus einer systematischen Auswertung von Presseartikeln.
„Viele Todesfälle werden nicht öffentlich bekannt. In den Verdachtsfällen ist die Todesursache unklar, etwa weil keine Obduktion erfolgt oder Faktoren wie Vorerkrankungen und Suchterkrankungen zusammenwirken“, teilte die Arbeitsgemeinschaft mit. Die saisonale Kältehilfe sei eine überlebenswichtige Notlösung, könne jedoch die strukturellen Ursachen von Wohnungslosigkeit nicht beheben: „Um Kältetote zu verhindern, braucht es vor allem bezahlbaren Wohnraum, wirksamen Schutz vor Wohnungsverlust, verlässliche soziale Absicherung sowie die konsequente Bekämpfung von Armut.“
Menschenwürdige Notversorgung
Die Bundesarbeitsgemeinschaft forderte eine konsequente Umsetzung und Weiterentwicklung bestehender Hilfestandards: „Notversorgung muss menschenwürdig, niedrigschwellig zugänglich und darauf ausgerichtet sein, Menschen schnellstmöglich in eigenen Wohnraum zu vermitteln.“ Die eigene Wohnung sei der wirksamste Schutz vor Kälte, Hitze und allen anderen Widrigkeiten des Lebens, sagte Geschäftsführerin Sabine Bösing.