Teuteberg will als Aufarbeitungsbeauftragte neue Akzente setzen
Potsdam (epd).

Im Fall ihrer Wahl zur DDR-Aufarbeitungsbeauftragten in Brandenburg will die FDP-Politikerin Linda Teuteberg auch neue Schwerpunkte setzen. Dazu gehöre, die Themen Zwangsdoping und Zwangsaussiedlungen aus Grenzgebieten der DDR stärker in den Mittelpunkt zu rücken, sagte die 45-jährige Rechtsanwältin am Dienstag bei ihrer Vorstellung im Hauptausschuss des Landtags in Potsdam. Ihr Ziel sei, in dem Amt auf Bewährtem aufzubauen und zugleich die Arbeit weiterzuentwickeln.

Die Aufarbeitung der SED-Diktatur sei weiter von großer Bedeutung, sagte Teuteberg. Das Thema sei auch in der gesamtdeutschen und gesamteuropäischen Erinnerungskultur wichtig. Historische Tatsachen dürften dabei „keine Verhandlungsmasse“ werden.

Es gebe zwar das Recht auf eigene Erfahrungen und Erinnerungen, sagte die Juristin mit Blick auf unkritische Bewertungen der DDR. Fakten könnten jedoch kein Verhandlungsgegenstand sein. Das Verständnis für fundamentale Unterschiede zwischen totalitärer Diktatur und demokratischem Rechtsstaat müsse geschärft werden.

Traumaberatung und Bildung

Teuteberg sagte, es gebe weiter großen Bedarf an Traumaberatung für Betroffene von Unrecht. Zugleich müssten neue Formate der Bildung entwickelt werden, um auch junge Menschen zu erreichen und ihnen Diktaturgeschichte zu vermitteln.

Die bisherige Beauftragte Maria Nooke geht zum Oktober in den Ruhestand. Über die Neubesetzung des Amtes will der Landtag voraussichtlich noch im Oktober entscheiden. Die Fraktionen von SPD und CDU unterstützen Teuteberg. AfD und BSW haben keine eigenen Kandidierenden benannt und das Besetzungsverfahren kritisiert.