Sächsischer Migrantenverband kritisiert Vergabe von Fördermitteln
Leipzig (epd).

Der Landesverband sächsischer Migrantenorganisationen stellt die aktuelle Förderpraxis des Sozialministeriums infrage. Statt für die reguläre Integrationsarbeit seien für 2026 rund 4,27 Millionen Euro für Modellvorhaben integrativer Maßnahmen eingestellt worden, teilte der Verband am Dienstag in Leipzig mit. Wegen bestimmter Bedingungen für Ausschreibungen seien die Gelder damit nur eingeschränkt abrufbar.

Nach Einschätzung des Verbandes ist absehbar, dass „ein erheblicher Teil der Mittel erneut nicht ausgeschöpft wird“. Der Vorstandsvorsitzende der Migrantenorganisationen, Emiliano Chaimite, erklärte, es entstehe der „Eindruck, dass Mittel zwar formal eingeplant, praktisch aber nicht für die Integrationsarbeit vorgesehen sind“.

Reguläre Projekte stärken

Etwa 40 Modellprojekte könnten unter den gegebenen Voraussetzungen 2026 finanziert werden. Doch wegen spezifischer Zielgruppen, enger thematischer Vorgaben und kurzer Vorlaufzeiten halte der Verband diese Zahl für realitätsfern.

Der Verband fordert das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt auf, bei der Novellierung der Förderrichtlinie auf eine „bedarfsgerechte, realistische und effiziente Verwendung der Haushaltsmittel“ zu setzen. Ohne eine Stärkung der regulären Projektförderung drohe ein weiterer Abbau von Strukturen, hieß es.

Bereits 2025 seien zahlreiche Anträge im Rahmen der Förderrichtlinie integrative Maßnahmen abgelehnt worden. Die aktuellen Planungen für 2026 lassen laut Verband befürchten, dass sich dieses Muster fortsetzt. In der Folge würden Träger Personal, Netzwerke und Vertrauen verlieren.