Drei junge Frauen aus Berlin und ein Kölner Musikprojekt sind am Mittwochabend mit dem vom Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung gestifteten Ehrenamtspreis für jüdisches Leben ausgezeichnet worden. Frieda Clara Fleischer, Lara Antonia Robles y Zopf und Romy Ella Zuntz wurden für ihre Initiative „Jüdisches Leben erleben statt urteilen“ gewürdigt. Bei Stadtspaziergängen in der Hauptstadt informieren sie über heutiges und früheres jüdisches Leben.
Der Verein „Kölner Forum für Kultur im Dialog“ erhielt den Preis für das Projekt „Shalom-Musik KOELN“, bei dem Begegnungen mit jüdischen Künstlerinnen und Künstlern sowie jüdische Traditionen im Vordergrund stehen. Die Preise in den beiden Kategorien - für jüngere Engagierte und ohne Altersbeschränkung - sind jeweils mit 5.000 Euro dotiert. Vergeben wurde der Ehrenamtspreis insgesamt zum vierten Mal. Er würdigt Engagement, das jüdisches Leben stärkt und sichtbar macht.
Amt des Antisemitismusbeauftragten derzeit vakant
Überreicht werden sollte der Preis vom Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Christoph de Vries (CDU), weil das Amt des Antisemitismusbeauftragten derzeit vakant ist. Felix Klein, der 2028 als Erster in dieses Amt berufen wurde, hat in der vergangenen Woche eine neue Stelle als Leiter der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris angetreten. Die Bundesregierung hat noch keine neue Person für das Amt des Antisemitismusbeauftragten benannt.