Magdeburg feiert 30. Christopher Street Day
CSD-Demonstrationen in verschiedenen deutschen Städten
Magdeburg (epd).

Der 30. Christopher Street Day (CSD) in Magdeburg ist unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen gefeiert worden. An der Parade am Samstag unter dem Motto „Wähl Liebe“ nahmen in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt laut Polizei rund 3.000 Menschen teil. Im sächsischen Zwickau beteiligten sich am Samstag nach Polizeiangaben rund 600 Menschen an einer CSD-Parade durch die Stadt. In Bremen sprach die Polizei von einem friedlichen und ausgelassenen Verlauf und rund 30.000 Anwesenden beim CSD.

In Zwickau seien vereinzelte gegen den CSD gerichtete Störungen aus der rechtsextremen Szene von der Polizei unterbunden worden, hieß es. Ein vor Beginn der Veranstaltung bekannt gewordener Kommentar in den sozialen Medien habe eine Anzeige wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten nach sich gezogen. Die Ermittlungen habe der Staatsschutz der Kriminalpolizei übernommen.

Gottesdienst zum Auftakt

In Magdeburg wurde zum Auftakt des Christopher Street Days auf dem Domplatz ein Gottesdienst gefeiert. Dort wurde auch an die Opfer des islamistischen Anschlags auf den Berliner CSD erinnert, bei dem am 25. Juli eine Frau getötet und mehr als 30 Menschen teils schwer verletzt wurden.

Der Gottesdienst solle ermutigen und Solidarität zeigen, hieß es bei der Feier in Magdeburg: „Vielfalt ist göttlich.“ Zum Gedenken an alle Opfer von Anschlägen auf queere Menschen wurde dort auch eine Kerze entzündet. Zum Schutz der CSD-Veranstaltungen auf dem Magdeburger Domplatz waren unter anderem mobile Barrieren aufgestellt worden.

Zeichen für Demokratie und Vielfalt

Mit dem CSD in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt sollte den Veranstaltern zufolge zwei Wochen vor der Landtagswahl ein Zeichen für Demokratie, Vielfalt und eine offene Gesellschaft gesetzt werden. Das Motto „Wähl Liebe“ weise weit über den Wahltag hinaus, hieß es im Aufruf. Wählen bedeute auch, sich jeden Tag zu entscheiden, wie Menschen miteinander umgehen und ob Hass und Abwertung Raum gegeben oder dem etwas entgegengesetzt werde.

Auch in weiteren Städten waren am Wochenende CSD-Veranstaltungen angekündigt. Der Christopher Street Day erinnert an einen Aufstand der Homosexuellen-Community 1969 in New York gegen Polizeigewalt und anhaltende Diskriminierung. Ausgangspunkt war die Bar Stonewall Inn in der Christopher Street im Stadtteil Greenwich Village. Inzwischen ist der CSD eine globale Bewegung für die Akzeptanz und die Rechte queerer Menschen.

Von Yvonne Jennerjahn (epd)