"Leipziger Appell": Medienhäuser fordern Schutz von Pressefreiheit
Leipzig (epd).

Zahlreiche deutschsprachige Medienhäuser und Institutionen haben zum Schutz der Pressefreiheit aufgerufen. Zentraler Auftrag sei es, den freien Zugang zu Informationen aktiv zu schützen sowie Angriffe klar zu benennen und zurückzuweisen, heißt es in einem am Donnerstag in Leipzig vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) verbreiteten „Leipziger Appell zur Freiheit und Unabhängigkeit der Medien“.

Zu den fast 30 Unterzeichnenden gehören demnach unter anderem alle ARD-Rundfunkanstalten, die Deutsche Nationalbibliothek, die Deutsche Welle, Deutschlandradio, der Deutsche Journalisten-Verband, das ZDF und der Evangelische Medienverband in Sachsen. MDR-Intendant Ralf Ludwig bezeichnete den Appell eine „Einladung zur gemeinsamen Verantwortung“. Er hoffe auf „weitere Unterstützerinnen und Unterstützer“.

„Lehren der dunkelsten Kapitel“

Der Appell ruft Medien, Politik und Gesellschaft dazu auf, den täglichen Einsatz für Pressefreiheit-, Rundfunk- und Informationsfreiheit als gemeinsame Verpflichtung zu verstehen. Diese Fundamente der Verfassung seien „Lehren der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte im Nationalsozialismus“. Zudem sei der Ruf nach freien Medien eine wesentliche Forderung der friedlichen Revolution von 1989 in der DDR gewesen.

Die Unterzeichnenden warnen auch vor globalen Digitalkonzernen und Plattformen, die mit von ihnen gesteuerten Algorithmen „Extreme, Polarisierungen und emotionale Zuspitzungen“ verstärken würden. Millionen Menschen würden in den sozialen Medien einer „verzerrten Abbildung gesellschaftlicher Wirklichkeit“ begegnen. Zudem werde das Vertrauen in freie Medien systematisch angegriffen.