Die Thüringer Hilfsorganisationen fordern eine verlässliche Finanzierung des Rettungsdienstes und eine stimmberechtigte Beteiligung an der geplanten Reform der Notfallversorgung. Die Kosten für Personal, Fahrzeuge, Technik und Infrastruktur müssten dauerhaft refinanziert werden, erklärte stellvertretend der Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Dienstag in Erfurt. Grundsätzlich biete die Reform die Chance, die Notfallrettung zukunftsfest weiterzuentwickeln.
Steigende Tarif- und Personalkosten, höhere Qualifikationsanforderungen und der Fachkräftemangel verschärften jedoch den finanziellen Druck, sagte ein DRK-Sprecher. Für die rund um die Uhr vorzuhaltenden Strukturen entstünden Ausgaben unabhängig von der Zahl der Einsätze. Ohne ausreichende Finanzierung drohten Einschränkungen bei Verfügbarkeit und Qualität der Versorgung. Geplante Effizienzsteigerungen dürften nicht mit Kostensenkungen gleichgesetzt werden.
Bundestag entscheidet
Zudem verlangt der Verband, dass die Organisationen, die die Notfallversorgung praktisch sicherstellen, im geplanten bundesweiten Fachgremium zur medizinischen Notfallrettung nicht nur angehört werden, sondern stimmberechtigt vertreten sind. Ihr Erfahrungswissen müsse in Entscheidungen über neue Regelungen einfließen.
Das Bundeskabinett hatte den Gesetzentwurf zur Reform der Notfallversorgung am 22. April beschlossen. Die abschließende Abstimmung im Bundestag ist für Donnerstag vorgesehen. Die Forderungen der Hilfsorganisationen werden in Thüringen von Feuerwehren und Luftrettungsorganisationen geteilt.