Mit einem ungewöhnlichen Gesprächsformat wollen fünf politische Stiftungen für Ehrlichkeit in der Politik werben. Bei der „Fuck up Night“-Tour für Demokratie sprechen Politiker auch über Fehler und Niederlagen, sagte Politikberater Martin Fuchs am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Magdeburg. In fünf Städten stünden jeweils fünf Politikerinnen und Politiker auf der Bühne und würden frei von der Leber reden. Auftakt sei am Mittwoch in Halberstadt am Harz, wo etwa Oberbürgermeister Daniel Szarata (CDU) zu den Gesprächsgästen zählt. „Das Konzept geht nur auf, weil keine Tonaufnahmen der Veranstaltung und keine Berichterstattung über Details erfolgen“, sagte Fuchs.
„To fuck up“ bedeutet so viel wie „richtig Mist bauen“. Gerade Politiker täten sich oft schwer, Fehler zuzugeben. Gemeinsam mit der Hertie Stiftung hat der in Halle (Saale) geborene Fuchs das Konzept als Impuls für eine neue politische Fehlerkultur entwickelt und im November 2022 die erste „Fuck Up Night“ in Berlin durchgeführt.
Fünf politische Stiftungen laden gemeinsam ein
In Sachsen-Anhalt wird die Tour gemeinsam von der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit und der Heinrich-Böll-Stiftung veranstaltet.
Die weiteren Termine der Sachsen-Anhalt-Tour seien in Wittenberg, Zeitz, Stendal und Bitterfeld-Wolfen geplant. In Stendal würden sich mit Landrat Patrick Puhlmann (SPD) sowie den langjährigen Landtagsabgeordneten Cornelia Lüddemann (Grüne) und Wulf Gallert (Linke) auch überregional bekannte Politiker der Herausforderung stellen, hieß es.