Gedenken an Opfer des sowjetischen Geheimdienstes
Potsdam (epd).

Zum 80. Jahrestag der Erschießung von drei Potsdamer Jugendlichen durch den sowjetischen Geheimdienst erinnert die Gedenkstätte im früheren KGB-Gefängnis der Stadt an die Opfer. Zu der Gedenkveranstaltung am 17. April werden auch Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) und der Enkel eines weiteren damals zum Tode verurteilten Jugendlichen erwartet, der nicht hingerichtet wurde, teilte die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Donnerstag mit.

Die vier Jugendlichen Klaus Tauer, Klaus Eylert, Joachim Douglas und Hermann Schlüter gerieten den Angaben zufolge 1945 ins Visier des sowjetischen Geheimdienstes. Laut Gedenkstättenstiftung geht aus sowjetischen Quellen hervor, dass ihnen Waffenbeschaffung und eine Vorbereitung terroristischer Aktionen vorgeworfen wurde. Nach Aussage des Überlebenden hatten sie den Russischunterricht geschwänzt.

Vier Todesurteile

Im Januar 1946 wurden die damals 15- und 16-Jährigen von einem Militärtribunal zum Tode verurteilt. Im Gefängnis der sowjetischen Spionageabwehr in der Potsdamer Leistikowstraße warteten sie drei Monate auf die Beantwortung ihrer Gnadengesuche. Hermann Schlüter wurde schließlich zu einer 20-jährigen Haftstrafe begnadigt, die Todesurteile der anderen drei Jugendlichen wurden am 18. April 1946 an einem unbekannten Ort vollstreckt.

Im sowjetischen Urteil hieß es nach Angaben der Gedenkstättenstiftung, dass bei den Jugendlichen Munition gefunden worden sei. Ob die Tatbestände zutreffend seien, lasse sich nicht abschließend bewerten. Alle vier wurden nach 1990 von den zuständigen Behörden der Russischen Föderation rehabilitiert.