Der Liedermacher Wolf Biermann und der Rapper Juse Ju sind am Donnerstag in Dresden anlässlich der Erinnerung an die friedliche Revolution 1989 geehrt worden. Biermanns Lieder seien für viele Menschen in der DDR eine Stimme des Widerspruchs gewesen, begründete die Arbeitsgemeinschaft „Friedliche Revolution“ die Entscheidung.
Mit seinen Texten habe er Generationen zu Empathie und Freiheit aufgerufen. Juse Ju setze sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinander, er verbinde historische Erfahrungen mit der Gegenwart.
Skulptur löst Friedensplakette ab
Die Ehrung erfolgte in Abwesenheit von Biermann wetterbedingt in der Dresdner Kreuzkirche anstatt vor der Kirche am Denkmal „Schwerter zu Pflugscharen-Steine des Anstoßes“, das an die DDR-Friedens- und Protestbewegung erinnert. Der Rapper Juse Ju nahm eine Skulptur in Form dieses Denkmals entgegen. Die Auszeichnung löst die bisherige „Dresdner Friedensplakette“ ab.
Zuvor fand in der Kreuzkirche am Altmarkt ein Friedensgebet statt. Am Dresdner Gedenktag für die friedliche Revolution am 8. Oktober werden jährlich Protagonistinnen und Protagonisten geehrt, die sich für Frieden und Menschenrechte engagieren.
Während der friedlichen Revolution gingen in ostdeutschen Städten im Anschluss an Friedensgebete tausende Menschen für Meinungsfreiheit und demokratische Wahlen auf die Straße. In Dresden war es am 8. Oktober 1989 gelungen, zwischen oppositionellen Demonstranten und Vertretern des DDR-Systems einen friedlichen Dialog zu beginnen.