BUND fordert Beitritt zu Atomwaffenverbotsvertrag
Berlin (epd).

Zum bevorstehenden Hiroshima-Jahrestag fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag. Die Menschheit befinde sich in einer Aufrüstungsspirale, in der alle Atommächte ihre Arsenale ausbauten, warnte die Organisation am Montag in Berlin. Die Bundesregierung müsse sich der Logik der Abschreckungspolitik entgegenstellen. Am 6. und 9. August 1945 warfen US-Streitkräfte Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki ab. Schätzungen gehen von mehr als einer halben Million Toten aus.

Der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt erklärte mit Blick auf den US-amerikanischen Atomschirm für Europa: „Die Bundesregierung verschanzt sich hinter einem nuklearen Schutzversprechen, das Deutschland zum Teil einer gefährlichen globalen Eskalation macht.“ Aktive Abrüstungspolitik sei klug und möglich. Darauf müsse Deutschland sich besinnen und den Atomwaffenverbotsvertrag unterstützen.

Bundesregierung sieht Unvereinbarkeit mit Nato-Teilhabe

Auch andere Umweltverbände erinnern an den Jahrestag von Hiroshima. Greenpeace kündigte für Mittwoch eine Mahnwache zum Gedenken an die Opfer auf dem Berliner Breitscheidplatz an und forderte „eine neue Friedensbewegung“.

Der 2021 in Kraft getretene Atomwaffenverbotsvertrag wurde bislang von 74 Staaten ratifiziert. Darunter sind weder Atommächte noch Nato-Mitgliedsstaaten. Der Vertrag verbietet unter anderem den Einsatz, die Entwicklung sowie die Lagerung von Atomwaffen. Die Bundesregierung hält das Abkommen für unvereinbar mit der nuklearen Teilhabe der Nato und verweist auf die Mitgliedschaft im weniger weitgehenden Atomwaffensperrvertrag.