Studie: Offshore-Windparks könnten Niederschläge verändern
Geesthacht (epd).

Ein massiver Ausbau von Windkraftanlagen in Nord- und Ostsee kann Einfluss auf regionale Niederschläge haben. Eine Studie des Helmholtz-Zentrums Hereon in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) zeigt, dass dabei Niederschläge über dem Meer zunehmen und in Küstenregionen weniger werden, wie das Institut mitteilte. Die Forschenden betonen, dass künftige Offshore-Windparks immer im Einklang mit der Umwelt geplant werden sollten. Als wichtigen Baustein der Energiewende plant die Europäische Union einen deutlichen Ausbau der Offshore-Windkapazität in der Nordsee bis 2050. Die Studie erschien im Fachjournal „Communications Earth & Environment“.

„Unsere Arbeit trägt dazu bei, den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie in Europa mit den Anforderungen des Klima-, Umwelt- und Küstenschutzes in Einklang bringen zu können“, sagte Naveed Akhtar, Erstautor der Studie. Die Forschenden nutzten das regionale Klimamodell „COSMO-CLM“, um verschiedene technische Ausbauszenarien der Offshore-Windenergie zu simulieren. Grundlage seien Wetterdaten aus den Jahren 2008 bis 2017.

Theoretisches Szenario

Berücksichtigt wurden sämtliche Flächen in Nord- und Ostsee, die für eine mögliche Offshore-Windenergienutzung ausgewiesen seien. Die Forschenden wählten dieses Szenario, um Klimaeffekte deutlich sichtbar zu machen und deren Größenordnung abzuschätzen. Noch sei unklar, welche Flächen künftig tatsächlich bebaut werden.

Laut Studie entstehen hinter Anlagen starke Unterschiede in der Luftbewegung, die einen verstärkten Austausch zwischen Luftschichten bewirken. Die Folge seien Wolkenbildung und Niederschläge über den Windparks. Gleichzeitig werde weniger Feuchtigkeit in Richtung Küste transportiert. Für Teile Dänemarks, Deutschlands, der Niederlande und Großbritanniens ergeben die Simulationen Rückgänge der Küstenniederschläge von bis zu 15 Prozent.

Künftige Arbeiten sollen analysieren, wie etwa Turbinendichte, Parkgröße und räumliche Verteilung das regionale Klima beeinflussen, hieß es. Auch die Auswirkungen auf Ozean und Ökosysteme soll weiter erforscht werden.