Das Wolhynier Umsiedlermuseum in Linstow (Landkreis Rostock) lädt vom 4. bis 6. September zum 34. Museumsfest mit Vorträgen, Musik, Gottesdienst und Gedenken ein. Unter dem Motto „Von Wolhynien in die weite Welt - die Ansiedlung deutscher Bauern im Baltikum“ gehe es um eine wenig bekannte Facette der Migrationsgeschichte der Wolhyniendeutschen, teilte das Museum am Dienstag mit. Mehrere tausend deutsche Bauern seien ab 1906 von Wolhynien ins Baltikum weitergewandert.
Für viele in Lettland und Estland angesiedelten Familien und ihre Nachkommen „endete dieser Weg 1945 mit der Flucht nach Deutschland“, hieß es. Der Heimatgottesdienst beginne am 6. September (10 Uhr) in der Kirche zu Kieth, um 12 Uhr folge im „Garten des Gedenkens“ eine Feier für die Opfer von Flucht und Vertreibung.
Mehrfach umgesiedelt
Als 1861 die Leibeigenschaft in Russland aufgehoben wurde, suchten nach früheren Angaben des Heimatvereins Linstow die dortigen Großgrundbesitzer in Deutschland nach Arbeitskräften. 1915, im Ersten Weltkrieg, wurden viele Wolhynien-Deutsche nach Sibirien zur Zwangsarbeit verbannt. 1939 und 1940 folgte die Zwangsumsiedlung ins besetzte Polen. Nach 1945 flüchteten viele Wolhynien-Deutsche nach Deutschland.