Die Berliner Autorin Basma Hallak ist am Dienstagabend mit dem diesjährigen Jugendliteraturpreis „Buxtehuder Bulle“ geehrt worden. Sie erhielt den Preis für ihren Roman „Please Unfollow“, wie die Organisatoren mitteilten. Eine mit elf Jugendlichen und elf Erwachsenen besetzte Jury stimmte bei einem öffentlichen Preisentscheid in Buxtehude bei Hamburg für ihr Werk. Der 55. „Buxtehuder Bulle“ ist erstmals mit 10.000 Euro dotiert, der doppelten Summe des bisherigen Preisgeldes. Um die Auszeichnung, zu der auch eine stählerne Bullen-Plastik gehört, konkurrierten in der Finalrunde fünf Titel.
„Please Unfollow“ wirbt den Angaben zufolge einen bewussteren Umgang mit den digitalen Medien. Im Mittelpunkt stehen die psychischen Folgen digitaler Grenzüberschreitungen, der Verlust von Privatsphäre sowie die Suche nach der eigenen Identität im echten analogen Leben.
Kindheit und Jugend im Internet vermarktet
Das Buch erzählt die Geschichte der 17-jährigen Sherry, deren Eltern ihre Kindheit und Jugend über eine Video-Plattform im Internet vermarkten. Jede Einzelheit aus ihrem Leben wird einem Millionenpublikum offengelegt. Nach einer Straftat landet Sherry in einem Resozialisierungscamp, wo sie niemand erkennt. Hier hat sie endlich das Gefühl, sie selbst sein zu können. Doch als Sherrys neue Clique von ihrem Geheimnis erfährt, droht sie erneut aus der Bahn geworfen zu werden.
Basma Hallak wurde 1996 als Tochter palästinensischer Eltern in Berlin geboren, wo sie Bibliotheks- und Informationsmanagement studierte. „Please Unfollow“ ist auch für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2026 nominiert.
Knapper Vorsprung
„Please Unfollow“ landete mit 113 Punkten knapp vor dem zweitplatzierten Titel „The Bitter Side of Sweet“ der US-amerikanischen Autorin Tara Sullivan mit 101 Punkten. Sie schrieb über das Schicksal von Kindern auf Kakaoplantagen in der Elfenbeinküste.
Der „Buxtehuder Bulle“ wird für das nach Meinung der Jury beste in deutscher Sprache veröffentlichte Jugendbuch des Vorjahres verliehen. Der Buxtehuder Buchhändler Winfried Ziemann hatte die Auszeichnung 1971 ins Leben gerufen. Mittlerweile zählt sie zu den bedeutendsten deutschen Jugendliteraturpreisen. 1981 übernahm die Stadt Buxtehude die Trägerschaft.
In der Vergangenheit gehörten unter anderem Suzanne Collins, Markus Zusak, Michael Ende, Gudrun Pausewang, Leonie Ossowski, Ursula Wölfel und Jostein Gaarder zu den Preisträgern. Im vergangenen Jahr ging der „Bulle“ an Maja Nielsen aus Hamburg mit ihrem Roman „Der Tunnelbauer“ nach einer wahren Geschichte.