Nach den Sommerferien startet an Niedersachsens Schulen der neue Religionsunterricht „Christliche Religion“. Das bundesweit einmalige Schulfach wird von evangelischer und katholischer Kirche gemeinsam verantwortet und von Donnerstag (13. August) an zunächst in den Klassen 1 und 5 unterrichtet, wie das niedersächsische Kultusministerium mitteilte. Die Teilnahme ist verpflichtend, es besteht aber die Möglichkeit zur Abmeldung und zur Teilnahme am Ersatzfach „Werte und Normen“. In den Folgejahren soll „Christliche Religion“ an allen allgemeinbildenden Schulen den bisherigen konfessionell getrennten Unterricht schrittweise bis Klasse 10 ersetzen.
Mit dem neuen Schulfach reagiere das Land auch auf die wachsende konfessionelle, religiöse und weltanschauliche Pluralität in den Schulen, teilte das Ministerium mit. Das Fach „Christliche Religion“ trägt der veränderten religionssoziologischen Situation und schulorganisatorischen Bedingungen Rechnung. Die Kirchen erhoffen sich von dem neuen Fach eine Stärkung des Religionsunterrichts sowie der Ökumene. In den ersten beiden Jahren wird die Einführung Forschenden der Universitäten Osnabrück und Göttingen begleitet.
Anteil christlicher Schüler sinkt
In Niedersachsen nahmen nach der jüngsten verfügbaren Statistik des Kultusministeriums mit Zahlen vom August 2025 an den allgemeinbildenden Schulen rund 522.000 Kinder und Jugendliche an einem christlichen Religionsunterricht teil. Das waren 63,3 Prozent aller Schüler. Der Anteil der Schüler, die einer der beiden großen Kirchen angehören, betrug 49,4 Prozent. Im Jahr 1995 lag er bei 80,7 Prozent.