Bau von Besucherzentrum für Unesco-Welterbe Mathildenhöhe gestoppt
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Mathildenhöhe in Darmstadt

Die Stadt Darmstadt hat den geplanten Bau eines Besucherzentrums aufgrund der schwierigen Haushaltslage ausgesetzt. Eine Neukonzeption soll auch andere Unesco-Welterbestätten in der Region einbeziehen.

Darmstadt (epd). Die Stadt Darmstadt stoppt wegen deutlich gestiegener Baukosten den geplanten Neubau eines Informationszentrums auf der Mathildenhöhe. Die Vermittlung des Unesco-Welterbes solle nach einer Überprüfung auf eine neue Grundlage gestellt werden, teilte die Stadt am 17. August mit. Dazu hätten Oberbürgermeister und Kulturdezernent Hanno Benz (SPD) und Stadtplanungsdezernent Paul Georg Wandrey eine Magistratsvorlage vorgestellt. Seit den ersten Überlegungen zu einem Besucherzentrum im Jahr 2016 hätten sich die Rahmenbedingungen für das Areal der ehemaligen Jugendstil-Künstlerkolonie grundlegend verändert.

Ursprünglich seien für ein Besucher- und Informationszentrum mit 1.500 Quadratmeter Nutzfläche auf dem Osthang rund 6,2 Millionen Euro veranschlagt gewesen, heißt es. Die Baukosten hätten sich nach der Aufnahme des Gebäudeensembles in die Unesco-Welterbeliste im Jahr 2021 aufgrund einer Neukonzeption deutlich auf etwa 21 Millionen Euro erhöht. Nun solle angesichts der schwierigen kommunalen Haushaltslage geklärt werden, welche Form der Vermittlung die Mathildenhöhe brauche, bevor über Art und Umfang eines Gebäudes entschieden werde, so Benz und Wandrey. Ein integriertes Vermittlungskonzept müsse auch andere Welterbestätten in der Region, etwa die Grube Messel und das Kloster Lorsch, einbeziehen.

Herausragendes Beispiel des Jugendstils in Deutschland

Das Unesco-Welterbe Mathildenhöhe Darmstadt ist ein herausragendes Beispiel des Jugendstils in Deutschland. Es besteht aus einem architektonischen Ensemble von Hochzeitsturm, Ausstellungsgebäude, Museum Künstlerkolonie, Künstlerhäusern und Platanenhain. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen (1868-1937) gründete 1899 die Künstlerkolonie. Sie gab bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs wesentliche Impulse zur Entwicklung der Moderne in Kunst, Kunsthandwerk, Architektur und Lebensstilen.

Download-Link zu Gutachten und Magistratsvorlage: https://s.epd.de/3xp5