500 Jahre "Confessio Augustana": Botschaft ist immer noch hochaktuell
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Die zwei landeskirchlichen Beauftragten für das Jubiläum "500 Jahre Confessio Augustana" 2030 in Augsburg: Marel Zahed und Hanns Hoerschelmann.
Augsburg (epd).

500 Jahre nach der Übergabe der „Confessio Augustana“ an Kaiser Karl V. soll das lutherische Bekenntnis in Augsburg erneut zum Ausgangspunkt für gesellschaftlichen und ökumenischen Dialog werden. Die für die bayerische Landeskirche mit der Vorbereitung des Jubiläums 2030 beauftragten Pfarrer Maral Zahed und Hanns Hoerschelmann sehen in dem historischen Dokument eine hohe Aktualität. Gerade angesichts gesellschaftlicher Spannungen gehe es darum, „Position zu finden und sie friedfertig zu bekennen“, sagte Zahed im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Die „Confessio Augustana“ war am 25. Juni 1530 auf dem Augsburger Reichstag an Kaiser Karl V. übergeben worden. Die Reformatoren wollten damit keine Spaltung der Kirche erreichen, sondern mit dem Papier zum Dialog und zu Reformen innerhalb der katholischen Kirche aufrufen. Für Zahed liegt darin eine Botschaft, die auch 2030 relevant sei. Die „Confessio Augustana“ habe Missstände in Kirche und Gesellschaft kritisiert und von der christlichen Befreiungsbotschaft her bestehende Machtverhältnisse infrage gestellt. Heute müsse Kirche daraus die Aufgabe ableiten, Haltung zu zeigen, wenn gesellschaftliche Entwicklungen Menschenwürde, Gerechtigkeit und Frieden widersprächen.

Hoerschelmann: Weltweite Kirche gibt Kraft

Bei den Jubiläumsfeierlichkeiten soll deshalb nicht allein die Geschichte der „Confessio Augustana“ im Mittelpunkt stehen. Hoerschelmann nennt drei Schwerpunkte: die Rückbesinnung der Kirche auf ihre eigenen Wurzeln, die Ökumene und den Dialog mit der Welt. Trotz der Berufung auf die lutherische Tradition müsse die Kirche offen für andere Überzeugungen und Religionen bleiben. Gerade in einer kleiner werdenden Kirche könne die weltweite Verbundenheit Kraft geben.

Die Planungen für das Jubiläum stehen noch am Anfang. Zahed und Hoerschelmann koordinieren seit Juli die Vorbereitungen der bayerischen Landeskirche und stimmen sich unter anderem mit der Stadt Augsburg sowie ökumenischen Partnerinnen und Partnern ab. Motto und Gestaltung sollen erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 festgelegt werden. Die Feierlichkeiten sollen sich über mehrere Monate erstrecken. Eine wichtige Rolle wird der Lutherische Weltbund spielen: Seine Vollversammlung soll vom 20. bis 27. Juni 2030 in Augsburg stattfinden. Zugleich sollen die Feierlichkeiten ökumenisch und international ausgerichtet werden. (2298/17.08.2026)

epd-Gespräch: Christiane Ried