Das Museum Ludwig in Köln widmet sich ab März dem umfangreichen und spartenübergreifenden Kunstschaffen der Japanerin Yayoi Kusama. Das Werk der 1929 geborenen Künstlerin steht im Mittelpunkt des 50-jährigen Bestehens des Hauses, wie das Museum Ludwig am Montag ankündigte. Rund 300 Arbeiten, darunter Zeichnungen, Medienarbeiten, Skulpturen und Installationen, werden in Kooperation mit der Schweizer Fondation Beyeler und dem Stedelijk Museum Amsterdam gezeigt. Für die Schau, die auf das rund 70 Jahre umfassende Oeuvre Kusamas vom 14. März bis 2. August blickt, hat das Museum den Vorverkauf von Tickets mit Einlasszeit gestartet.
Kusamas „Polka Dots“, ihre Kürbisskulpturen und ihre verspiegelten „Infinity Rooms“ seien zu einer Art Markenzeichen geworden und tauchten millionenfach in den sozialen Medien auf, erklärte das Museum Ludwig. Über die gesamte Wechselausstellungsfläche des Hauses hinaus werde die Ausstellung auch weitere Bereiche wie die Dachterrasse mit Domblick bespielen. Eine neue, eigens für die Ausstellung konzipierte immersive Rauminstallation mit integriertem „Infinity Mirror Room“ werde den größten Saal des Museums füllen. Auch frühe Arbeiten wie Kusamas erste, 1963 entstandene Installation „Aggregation: One Thousand Boats Show“ wird zu sehen sein.
Welt aus Punkten, Blüten und Endlosmustern
Erlebnisse ihrer Kindheit, darunter Halluzinationen, in denen sie den eigenen Körper und die Umgebung von Punkten, Blüten und anderen Wiederholungsmustern überwuchert wahrnahm, durchziehen Kusamas Schaffen, wie die Ausstellungsmacher erläuterten. Nach Kindheit und Jugend im ländlichen, patriarchalisch geprägten Japan der Nachkriegszeit sei Kusama der Enge entflohen und in den 1960er Jahren in das New York der „Flower Power“-Bewegung und des Vietnamkriegs gegangen. Dort habe sie Schlagzeilen mit provokanten Happenings gemacht. 1973 kehrte Kusama nach Japan zurück.