Diakonie bemängelt Zuverlässigkeit von Pfändungsschutz
Berlin (epd).

Anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung hat die Diakonie auf den aus ihrer Sicht nicht funktionierenden Pfändungsschutz aufmerksam gemacht. Gerade das Einrichten eines Pfändungsschutzkontos, worüber Betroffene das gesetzliche Existenzminimum erhalten, sei problembehaftet, erklärte das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Freitag in der Hauptstadt. In Berlin seien 305.000 Menschen überschuldet, in Brandenburg 160.000.

Oft scheitere das Einrichten des sogenannten P-Kontos an Fristen, Ansprechpersonen bei Banken und Freigabeprozessen. „Für Betroffene bedeutet das: Sie sind mittellos, obwohl das Einkommen oder Sozialleistungen bereits auf dem Konto eingegangen sind“, erklärte die Diakonie-Referentin für Existenzsicherung, Janet Jerop Seurei. Regelmäßig berichteten die 48 diakonischen Schuldner- und Sozialberatungsstellen in Berlin und Brandenburg von Verzögerungen bei der Umwandlung eines Kontos in ein P-Konto.

Finanzielle Schulbildung als Prävention

Wirksamer Pfändungsschutz und Prävention benötige langfristig finanzierte Beratungen, deren Zugänge niedrigschwellig und barrierearm sind. Das Verfahren rund um ein P-Konto müsse zudem verständlicher und verlässlicher organisiert werden. Präventiv solle finanzielle Bildung an Schulen unterrichtet und die strukturellen Ursachen von Armut stärker bekämpft werden.

Die Aktionswoche vom 15. bis 19. Juni wird von der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung organisiert. Unter dem Motto „Wie komme ich an mein Geld? - Wenn das P-Konto zum Problemkonto wird“ soll auf Schwierigkeiten beim Zugang zum gesetzlichen Pfändungsschutz aufmerksam machen.