Bischof Stäblein: "Es gibt keinen Frieden ohne Gerechtigkeit"
Berlin (epd).

Am vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine hat der Berliner evangelische Bischof Christian Stäblein an die vielen Kriegsopfer auf beiden Seiten erinnert. Anlässlich eines Friedensgebetes in der Berliner Marienkirche erklärte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Dienstagabend, er sehe mit Respekt, Anerkennung und Achtung, wie das ukrainische Volk um seine Unabhängigkeit, seine Identität und um seine physische Existenz ringe. Stäblein sprach sich dabei für eine weitere Unterstützung der Ukraine aus.

Zugleich müsse jede Möglichkeit ausgelotet werden, ein Ende des Mordens und Bombens zu erreichen, erklärte der Bischof laut Redemanuskript. Dabei sei klar: „Es gibt keinen Frieden ohne Gerechtigkeit. Es gibt keinen Frieden ohne Unabhängigkeit, ohne das Ende von Angst und Terror und den Versuchen, die kulturelle Identität auszulöschen.“

Politiker bei Friedensgebet

Bereits am Dienstagmorgen hatten sich zahlreiche Politikerinnen und Politiker in der Französischen Friedrichstadtkirche am Berliner Gendarmenmarkt zu einem Friedensgebet versammelt. Unter den Teilnehmern der Andacht waren unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Außenminister Johann Wadephul (CDU), der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, sowie Mitglieder des Bundestagspräsidiums.

Das ökumenische Friedensgebet für das politische Berlin gibt es seit Beginn des russischen Angriffskriegs und wird immer am 24. Februar ausgerichtet. Am 24. Februar 2022 begann der massive militärische Angriff Russlands auf die Ukraine.