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ZdK-Präsident Sternberg: Gemeinsame Kommunion längst Praxis

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, hält die Diskussion über die Öffnung der Kommunion für evangelische Ehepartner für überflüssig. Die gemeinsame Kommunion für gemischt-konfessionelle Paare sei in Deutschland längst eine gut funktionierende und wunderbare Praxis, sagte Sternberg am Donnerstag im Deutschlandfunk. Durch den Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz bekomme sie lediglich eine kirchenrechtliche Übereinstimmung. Am Donnerstag wollten Kardinäle und Bischöfe aus Deutschland im Vatikan Gespräche über das Thema führen.

In der Bischofskonferenz gibt es Dissens über die Öffnung der Kommunion. Ende Februar hatten die deutschen Bischöfe auf ihrer Frühjahrstagung in Ingolstadt mehrheitlich beschlossen, eine pastorale Handreichung für das Abendmahl von Ehepaaren unterschiedlicher Konfession auf den Weg zu bringen. "Hier ist ein Weg gefunden für Einzelfälle", betonte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, damals. Sieben Bischöfe unter Führung des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki hatten sich daraufhin mit einem Brief an den Vatikan gewandt, in dem sie die Rechtmäßigkeit des Zugangs von protestantischen Ehepartnern zur Kommunion anzweifeln.

Ein Treffen der Delegation, der Marx und Woelki angehören, mit Papst Franziskus am Donnerstag war nicht geplant. Nach Vatikanangaben sollten die deutschen Bischöfe in der Glaubenskongregation sowie in den Päpstlichen Räten für die Gesetzestexte und für die Einheit der Christen vorsprechen. Zu der Delegation gehören den Angaben zufolge auch die Bischöfe von Münster, Speyer, Regensburg und Magdeburg an. Sie werden mit dem Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer, dem Präsidenten des Einheitsrats, Kardinal Kurt Koch, und dem Untersekretär des Rats für die Gesetzestexte, Markus Graulich, Gespräche führen.

Das Verständnis des Abendmahls ist nach wie vor einer der größten Unterschiede zwischen Katholiken und Protestanten. An katholischen Abendmahlfeiern dürfen bislang in der Regel nur Katholiken teilnehmen.