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"Willow Creek"-Kirche: Weitere Rücktritte wegen Missbrauchsvorwürfen

In der US-amerikanischen "Willow Creek"-Kirche haben die Kirchenältesten und die leitende Pastorin Heather Larson ihren Rücktritt angekündigt. Die Kirche brauche einen Neuanfang, erklärte Larson am Mittwochabend (Ortszeit) zur Begründung. Das Vertrauen in die Führung sei gebrochen worden. Kirchengründer Bill Hybels war im April nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung als Hauptpastor zurückgetreten. Seitdem mehrten sich Anschuldigungen sowie Vorwürfe, die Kirchenführung habe die Vorfälle nicht konsequent untersucht.

Die Kirchenälteste Missy Rasmussen sagte, Hybels sei Gründer und Pastor gewesen, und auch "ein Mensch, gebrochen und nach eigener Aussage ein Sünder". Die Ältesten nähmen an, dass seine Sünden über das hinausgehen, was er zugegeben habe. Die kirchliche Untersuchung der Vorwürfe sei ungenügend gewesen. Die Ältesten bedauerten, dass sie "zum Leiden der Frauen" beigetragen hätten, die Hybels Vorwürfe gemacht haben. Man ermahne den Kirchengründer, "seine Sünde zu bekennen und sich öffentlich zu entschuldigen".

Mit Tausenden Gottesdienstbesuchern ist die unabhängige protestantische "Willow Creek"-Gemeinde in der Nähe von Chicago eine der größten Kirchen in den USA. Vielen evangelikal orientierten Christen weltweit gilt "Willow Creek" als Modell für eine moderne Verkündigung, die suchende Menschen erreicht und Leitungskräfte fördert.

Der Geschäftsführende Vorstand von "Willow Creek Deutschland" hatte bereits vor den Rücktrittsankündigungen kritisiert, dass es der Gemeindeleitung in den USA "noch nicht gelungen ist, die Anschuldigungen auf eine für alle Beteiligten akzeptable Weise zu klären". Man bitte Hybels, weitere Schritte zu einer Klärung zu gehen und wo immer nötig Schuld einzugestehen.