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Verstorbener Kardinal Lehmann in Mainz aufgebahrt

Der verstorbene Kardinal Karl Lehmann ist am Dienstag in der Mainzer Augustinerkirche, der Kirche des katholischen Priesterseminars, aufgebahrt worden. Gläubige können dort bis zum kommenden Dienstag Abschied vom früheren Mainzer Bischof nehmen. Lehmann ruht in ein violettes Gewand gekleidet mit gefalteten Händen und Bischofsmitra auf dem Kopf auf einem offenen Katafalk. Bereits am Dienstagnachmittag kamen mehrere hundert Menschen zu einem Requiem, darunter die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (beide SPD).

Am Nachmittag hatten zunächst die Mitglieder des Domkapitels um Bischof Peter Kohlgraf ein Totengebet vor Lehmanns aufgebahrtem Leichnam gesprochen. Anschließend wurde die prächtige Rokoko-Kirche auch für gewöhnliche Bürger geöffnet. "Glauben bezeugen, das war sein Leben", sagte der Mainzer Domdekan Heinz Heckwolf zu Beginn des Requiems über den verstorbenen Kardinal. "Heute stehen wir an seiner Totenbahre traurig und dankbar. Wir danken Gott für diesen Menschen."

Bis zum 20. März bleibt Lehmann in der Augustinerkirche, wo täglich Morgen- und Mittagsandachten sowie ein Requiem am Nachmittag gefeiert werden. Der eigentliche Trauergottesdienst findet am Mittwoch, 21. März, im nahe gelegenen Mainzer Dom statt. Dorthin soll Lehmanns Leichnam in einem Trauerzug überführt werden. Nach dem Gottesdienst findet in der Bischofsgruft des Doms die Beisetzung statt. Der letzte kirchliche Würdenträger aus dem Bistum Mainz, der nach seinem Tod öffentlich aufgebahrt wurde, war der 1988 verstorbene Kardinal Hermann Volk.

Aufgrund der Trauerfeierlichkeiten soll die für den selben Nachmittag geplante Plenarsitzung des Mainzer Landtags abgesagt werden. Das gewöhnlich zweitägige Plenum werde auf einen einzigen Tag verkürzt, teilte die Landtagsverwaltung mit. Darauf habe sich der Ältestenrat des Landesparlaments verständigt.

Karl Lehmann war am frühen Sonntagmorgen im Alter von 81 Jahren in seinem Mainzer Haus verstorben, nachdem er im Herbst 2017 einen Schlaganfall erlitten hatte. Der populäre Mainzer Bischof galt in den vergangenen Jahrzehnten als einer der bedeutendsten Repräsentanten der katholischen Kirche in Deutschland. Fast 33 Jahre lang stand er an der Spitze des Bistums Mainz, von 1987 bis 2008 war er außerdem Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. In seiner Amtszeit hatte sich Lehmann für Reformen in der katholischen Kirche und für einen Ausbau der Ökumene starkgemacht.