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Venezuelas Bischöfe stellen sich gegen Präsident Maduro

Die katholischen Bischöfe in Venezuela stellen sich gegen den autoritär regierenden Präsidenten Nicolás Maduro. Der sozialistische Staatschef war am Donnerstag trotz massiver internationaler Proteste für seine zweite Amtszeit vereidigt worden. Die katholische Bischofskonferenz des südamerikanischen Landes übte schwere Kritik an Maduro, wie die Päpstliche Stiftung "Kirche in Not" am Freitag in München mitteilte.

Maduros erneute Präsidentschaft sei illegitim, schreiben die Bischöfe in einer gemeinsamen Erklärung, die der Stiftung vorliegt. "Sie öffnet der Nichtanerkennung der Regierung Tür und Tor", weil sie einer demokratischen Grundlage entbehre.

Auch die vorgezogene Präsidentenwahl Ende Mai 2018 sei unrechtmäßig gewesen, erklärten die Bischöfe. Das Regime achte die in der Verfassung verankerten grundlegenden Rechte und die Prinzipien der Menschenwürde nicht. Die Macht um jeden Preis halten zu wollen, sei eine "himmelschreiende Sünde". Auch von der Organisation Amerikanischer Staaten und der EU wird Maduros Wiederwahl nicht anerkannt.

Ihre Hoffnung setzen die Bischöfe auf die venezolanische Nationalversammlung, die als einziges Organ demokratisch legitimiert sei. Sie wurde aber von Maduro weitgehend entmachtet. Den Beitrag der katholischen Kirche zur Überwindung der Krise sehen die Bischöfe im karitativen Einsatz für die verarmte Bevölkerung, in der Verteidigung der Menschenrechte sowie in Ausbildungsprogrammen, die eine Wiederherstellung der demokratischen Institutionen ermöglichen sollen.

Das erdölreiche Venezuela steckt derzeit in einer schweren Wirtschaftskrise, die zu Hyperinflation und zu einem Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten geführt hat. Die bürgerliche Opposition beklagt eines systematische Verfolgung. Mehr als 90 Prozent der 32 Millionen Venezolaner sind katholisch.