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Theologin Kurschus: Digitalisierung menschlich gestalten

Die westfälische Präses Annette Kurschus hat dazu aufgerufen, die "Macht der Algorithmen nicht den Konzernen und Programmierern" zu überlassen. Die Digitalisierung verändere nicht nur Geräte, sondern auch die Menschen und die Gesellschaft, sagte die Theologin am Freitag in Schwerte. Es müsse auch künftig darum gehen, gesellschaftliche Solidarität zu leben und zu gewährleisten. Letztlich gehe es um die Frage, "wie wir als Gesellschaft in Zukunft miteinander leben wollen".

Immer kostbarer werde angesichts der wachsenden digitalen Kommunikation die "analoge Begegnung" von Menschen, sagte die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen, die auch stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, auf der diesjährigen Politikertagung ihrer Landeskirche zum Thema Digitalisierung. "Das gute alte Gespräch, die Verlässlichkeit von Beziehungen, Blickkontakt und Händedruck, die Hand, die mich segnet: All dies gehört unabdingbar zum Menschsein und zum Glauben."

An die Kirche appellierte Kurschus, um ihrer Botschaft willen das Internet und die Digitalisierung als Raum der Kommunikation anzunehmen. Das Netz sei für Christen auch ein Raum der Kommunikation des Evangeliums, "das können und müssen wir noch besser wahrnehmen und entdecken".