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Theologe Martin Stöhr wird 85

Der evangelische Theologe Martin Stöhr vollendet am 30. August sein 85. Lebensjahr. Der emeritierte Professor für Systematische Theologie an der Universität-Gesamthochschule Siegen, Ehrenpräsident des Internationalen Rats der Christen und Juden (ICCJ) und langjährige Vorsitzende der Martin-Niemöller-Stiftung gilt als einer der profiliertesten Vertreter der ökumenischen Theologie und des christlich-jüdischen Dialogs in Deutschland. Stöhr lebt in Bad Vilbel bei Frankfurt am Main.

Stöhr war 1961 Mitgründer der Arbeitsgemeinschaft "Juden und Christen" beim Deutschen Evangelischen Kirchentag. Von 1966 bis 1984 wirkte er als evangelischer Vorsitzender des Koordinierungsrats der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit und von 1990 bis 1998 als Präsident des ICCJ mit Sitz in Heppenheim an der Bergstraße.

Der in Singhofen bei Bad Ems geborene Martin Stöhr hinterließ auch tiefe Spuren in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Nach seinem Studium in Mainz, Bonn und Basel und seinem Vikariat in Rüsselsheim und Berlin war er von 1959 bis 1961 Pfarrer in Mainz-Amöneburg und anschließend bis 1969 Studierendenpfarrer an der Technischen Universität Darmstadt. Anschließend ging er als Studienleiter an die Evangelische Akademie Arnoldshain im Taunus, deren Direktor er von 1972 bis 1986 war. Von 1969 bis 1986 gehörte er der Kirchensynode an, 1984 kandidierte er für das Amt des Kirchenpräsidenten.

Für seine Verdienste um das christlich-jüdischen Gespräch erhielt Stöhr 1983 die theologische Ehrendoktorwürde der Universität Heidelberg. 1984 ehrte ihn die Stadt Gießen mit der "Hedwig-Burgheim-Medaille" und im vergangenen Jahr die hessen-nassauische Kirche mit ihrer höchsten Auszeichnung, der Martin-Niemöller-Medaille.