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Spahn warnt vor Akademisierungswahn in der Pflege

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält nichts von einem "Akademisierungswahn" bei Pflegeberufen. Diese müssten als Ausbildungsberufe erhalten bleiben, sagte er am Freitag bei einer Podiumsdiskussion auf dem Katholikentag in Münster. Auch Haupt- und Realschüler müssten weiterhin Zugang zu Pflegeberufen haben, forderte der Minister.

Als Fortbildung könne das Absolvieren eines Pflegestudiengangs, wie es ihn bereits an vielen Hochschulen gibt, sinnvoll sein, ergänzte Spahn. Grundsätzlich sei geboten, Pflegestellen auch mit ausgebildeten Pflegekräften zu besetzen. Bei ausländischen Fachkräften sei wichtig zu kontrollieren, dass die Ausbildung vergleichbar ist.

Auch bei angehenden Ärzten soll nach Meinung des Ministers nicht nur der Schulabschluss entscheidend sein. "Wer 0,9 als Abiturnote hat, aber nicht gerne mit anderen Menschen in einem Raum ist, sollte nicht Arzt werden", erklärte Spahn. Vielerorts würden weitere Fähigkeiten bei der Vergabe von Studienplätzen in den Blick genommen. Die Universität Münster etwa schaue auch darauf, wie jemand mit anderen Menschen umgeht, sagte Spahn. Diese Entwicklung lasse sich an immer mehr Universitäten beobachten.

Insgesamt finden auf dem Christentreffen mehr als 1.000 Veranstaltungen statt. Der 101. Katholikentag dauert noch bis Sonntag.