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Studie: Google-Suchergebnisse weniger personalisiert als erwartet
Saarbrücken (epd). Eine Analyse von Google-Suchergebnissen zu Parteien und Politikern vor der Bundestagswahl kommt zu dem Schluss, dass die Personalisierung von Suchergebnissen geringer ist als ursprünglich angenommen. Das Forschungsprojekt mit dem Namen #Datenspende habe gezeigt, dass es mittels Datenanalyse möglich ist festzustellen, ob Algorithmen die politische Kommunikation verzerren oder nicht, sagte der Direktor der saarländischen Landesmedienanstalt, Uwe Conradt, am 25. Juli in Saarbrücken. Die Leitung des Projekts mehrerer Landesmedienanstalten hatte die Informatikprofessorin Katharina Zweig von der Technischen Universität Kaiserslautern.

Die Forscher hatten den Angaben zufolge die Google-Suchergebnisse von mehr als 1.500 freiwilligen Datenspendern in den fünf Wochen vor der Bundestagswahl am 24. September 2017 analysiert. Alle vier Stunden suchten sie automatisiert nach 16 vordefinierten Namen von Parteien und Politikern. Dabei kam dem Bericht zufolge ein bereinigter Datenbestand von über acht Millionen Datensätzen zusammen.

Die Suchergebnisse der jeweiligen User zu prominenten Politikern wiesen sehr hohe Ähnlichkeit auf und unterschieden sich nur in einem bis zwei Ergebnissen, hieß es weiter. Zwar seien die Suchergebnisse nach Parteien mit drei bis vier Unterschieden höher, jedoch erkläre sich das mit der Regionalisierung, weswegen der Unterschied letztendlich auch nur ein bis zwei Ergebnisse betrage. "Es gibt in den Suchergebnissen insgesamt also wenig Raum für Personalisierung", heißt es in der Untersuchung.

Zwar gebe es immer wieder kleine Gruppen von Personen mit abweichenden Suchergebnislisten, erklärten die Forscher. Jedoch hänge das am wahrscheinlichsten mit der eingestellten Sprache für Suchergebnisse zusammen. Somit beeinflussten neben der Spracheinstellung auch der Standort und die Relevanz der Internetseiten die Suchergebnisse.

Neben der Saar-Landesmedienanstalt hatten die Landesmedienanstalten Berlin-Brandenburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen das Projekt unter der Federführung der Bayrischen Landeszentrale für Medien finanziert.

Der Präsident der bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Siegfried Schneider, warnte davor, die Ergebnisse als generelle Entwarnung für personalisierte Suchergebnisse zu sehen. Vielmehr müssten nun auch noch andere Intermediäre wie Facebook ähnlich überprüft werden, um den Einfluss von Algorithmen auf die Meinungsbildung von Usern festzustellen.