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Reporter ohne Grenzen verurteilen vorgetäuschten Journalistenmord
Berlin (epd). "Reporter ohne Grenzen" sieht nach dem vorgetäuschten Mord an dem russischen Kriegsreporter Akardi Babtschenko die "Glaubwürdigkeit des Journalismus" gefährdet. Journalisten dürften sich nicht zum Instrument von Geheimdienstoperationen machen lassen, erklärte die Organisation am 31. Mai in Berlin. Öffentlichkeit und Regierungen seien mit dem in der ukrainischen Hauptstadt Kiew inszenierten Attentat in die Irre geführt wurden.

"Es ist unglaubwürdig, dass ein möglicher Mordanschlag nicht anders als durch dessen Vortäuschen verhindert werden kann", teilte Vorstandssprecher Michael Rediske mit und forderte von den ukrainischen Behörden umgehend Aufklärung über die Hintergründe.

Medien hatten am Mittwoch zunächst berichtet, dass der 41-jährige Babtschenko erschossen worden sei - vermutlich wegen seiner journalistischen Arbeit. Später tauchte er lebendig bei einer Pressekonferenz wieder auf, von der im Internet ein Video kursierte. Der ukrainische Geheimdienst habe den Tod vorgetäuscht, hieß es.

Der Journalist war im Februar 2017 aus Russland geflohen und hielt sich laut "Reporter ohne Grenzen" zunächst in Tschechien und Israel auf, bevor er sich im August 2017 in der ukrainischen Hauptstadt niederließ. Die Ukraine steht auf der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit von "Reporter ohne Grenzen" auf Platz 101 von 180 Staaten, Russland auf Platz 148.