Entwicklung
Start der Initiative "100 Million", u.a. mit Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (4.v.l); neben ihm Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth. 3. v.r.: Bärbel Kofler, Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung
© epd-bild / Christian Ditsch
Friedensnobelpreisträger startet Kampagne gegen Kinderarbeit
Berlin (epd). Mit Unterstützung zahlreicher Politiker und Hilfsorganisationen startet Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi eine weltweite Kampagne gegen Kinderarbeit. In Berlin stellten am 7. November Jugendliche, das Hilfswerk Brot für die Welt und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Initiative "100 Million" Bundestagsabgeordneten vor. Die Kampagne will sich als internationale Bewegung dafür einsetzen, dass alle jungen Menschen auf der Welt in Freiheit und Sicherheit leben und von Bildung profitieren können. Schätzungen zufolge leiden deutlich mehr als 100 Millionen Kinder und Jugendliche unter ausbeuterischer Kinderarbeit.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sprach sich für einen gemeinsamen Antrag mehrerer Parteien im Bundestag zu dem Thema aus. Dies wäre ein parteiübergreifendes Signal, sagte er mit Blick auf die Vertreter verschiedener Fraktionen, die ebenfalls an der Veranstaltung zum Start der Kampagne teilnahmen. Neben Müller waren unter anderen die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler (SPD), vertreten sowie Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne), die Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Gyde Jensen (FDP), und Stefan Liebich (Die Linke), Obmann im Auswärtigen Ausschuss. Jensen schlug eine Aktuelle Stunde zu Kinderarbeit Ende November im Parlament vor.

In der Kampagne sind aber die Jugendlichen federführend tätig, die ab Mitte November in Aktionsgruppen Forderungen ausarbeiten, mit denen sie weltweit Entscheidungsträger konfrontieren. In Deutschland wollen Jugendgruppen und Schulklassen gemeinsam mit Bundestagsabgeordneten ihrer Wahlkreise Veranstaltungen organisieren, um ein öffentliches Bewusstsein für Kinderausbeutung zu erzeugen. Sie fordern ein UN-Abkommen, dass die Verantwortung von Konzernen festhält und sehen auch Parlament und Bundesregierung in der Pflicht.

Satyarthi kämpft seit Jahren mit Fußmärschen und friedlichen Demonstrationen in der Tradition des Freiheitshelden Mahatma Gandhi gegen Kinderarbeit. Der Elektroingenieur rettete Tausende Kinder aus Schuldknechtschaft, die unter grausamen Bedingungen in Fabriken und Steinbrüchen in Zwangsarbeit ausgebeutet wurden. Für sein Engagement wurde er 2014 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.