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Protest gegen Auftritt von AfD-Vertreter beim Katholikentag

Diskussion mit vielen Emotionen: Auf dem 101. Deutschen Katholikentag in Münster haben am Samstag Vertreter der Bundestagsparteien über das Verhältnis zwischen Staat und Kirche diskutiert. Dabei wurde der Auftritt des kirchenpolitischen Sprechers der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz, zu Beginn mit massiven Protesten und Störungen aus dem Publikum begleitet. Die religionspolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion, Christine Buchholz, warnte vor einer "Normalisierung der Positionen der AfD". Münz betonte, er wolle "Brücken bauen" und auch mit anderen politischen Anschauungen im Gespräch bleiben.

Die Veranstaltung konnte erst nach einem Polizeieinsatz fortgesetzt werden. Unter dem Motto "Nun sag', wie hast du's mit der Religion?" diskutierten neben Münz und Buchholz auf dem Podium Karlheinz Busen, Mitglied der FDP-Bundestagsfraktion, die Sprecherin des Arbeitskreises Christinnen und Christen in der SPD, Kerstin Griese, der Vorsitzende des Kardinal-Höffner-Kreises in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Christian Hirte sowie Bettina Jarasch, religionspolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus.

Der Auftritt des AfD-Politikers war umstritten, die Diskussion wurde immer wieder durch Zwischenrufe unterbrochen. Das Bündnis "Keinen Meter den Nazis" aus Münster, ein Zusammenschluss von gewerkschaftlichen, zivilgesellschaftlichen und religiösen Gruppen, antifaschistischen Initiativen und politischen Parteien, hatte zu einer Demo gegen den Auftritt des AfD-Vertreters vor aufgerufen. Polizeiangaben zufolge nahmen an dem Protest in Münster bis zu 1.000 Menschen teil.

Innerhalb der Kirchen gibt es eine Diskussion über den Umgang mit der AfD und mit AfD-Mitgliedern in Gemeinden und kirchlichen Gremien. Auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2017 in Berlin hatte der Berliner evangelische Bischof Markus Dröge und die damalige Sprecherin der Vereinigung "Christen in der AfD", Anette Schultner, diskutiert. Schultner ist inzwischen aus der AfD ausgetreten. In und außerhalb der Kirche war diskutiert worden, ob der Kirchentag eine Vertreterin der AfD zu Wort kommen lassen sollte.