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Papst besucht sozialen Brennpunkt in Rom

Papst Franziskus hat am Sonntag den wegen seines Kilometer langen Wohngebäudes Corviale bekanntesten sozialen Brennpunkt Roms besucht. Im Gespräch mit einer Gruppe Kommunionkinder betonte er: "Auch Mafiosi sind Kinder Gottes, aber sie verhalten sich lieber wie Kinder des Teufels." Alle Menschen seien Kinder Gottes, auch Menschen, die anderen Religionen angehörten.

Auf die Frage eines kleinen Jungen, ob dessen verstorbener Vater im Himmel sei, der seine vier Kinder habe taufen lassen, selbst aber Atheist gewesen sei, sagte Franziskus, sicher sei Gott stolz auf den Mann. Dieser sei gewiss in den Himmel gekommen. Für Gläubige sei es viel einfacher, ihre Kinder taufen zu lassen als für Ungläubige, betonte der Papst bei seinem Besuch am westlichen Stadtrand von Rom.

Nach Treffen mit Häftlingen, alten Menschen, Kranken, Armen und Angehörigen eines Ordens, der ebenfalls im Corviale untergebracht ist, hörte der Papst in einer angrenzenden Kirche Beichte, bevor er dort eine Messe feierte. Mit knapp drei Stunden nahm das Kirchenoberhaupt sich für den sozialen Brennpunkt mehr Zeit als bei anderen Besuchen, die er als Bischof von Rom in unregelmäßigen Abständen Pfarreien seiner Diözese abstattet.

In den zwei parallel zueinander verlaufenden und einen Kilometer langen Gebäudeteilen des Corviale leben rund 1.000 Menschen. Das als eines der längsten Häuser Europas geltende Gebäude war in den 70er Jahren als Lösung für soziale Probleme der unter Wohnungsnot leidenden untersten Gesellschaftsschichten Roms errichtet worden.