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Missbrauchsfälle: Woelki bekennt sich zu rückhaltloser Aufklärung

Nach dem Bekanntwerden erster Ergebnisse einer Studie zu sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche hat der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki seinen Willen zur rückhaltlosen Aufklärung bekundet. "Ich dulde in unserem Erzbistum keinerlei Vertuschung", erklärte Woelki in seinem am Freitag vorab veröffentlichten "Wort des Bischofs" für domradio.de. Das Erzbistum Köln werde "den bereits beschrittenen Weg der Präventionsarbeit weitergehen, um solche Fälle von Grund auf zu vermeiden".

Man müsse alles Menschenmögliche tun, damit Taten sofort aufgedeckt, Betroffene geschützt und Täter ihrer gerechten Strafen zugeführt werden, betonte der Erzbischof in dem Beitrag. Er sei "persönlich zutiefst getroffen" und schäme sich an dieser Stelle für seine Kirche. Vertreter der Kirche hätten Menschen schwersten Schaden zugefügt. "Wer sich aber als Diener Gottes an Menschen schuldig gemacht hat, der hat diese Aufgabe ins Gegenteil verkehrt – ja: pervertiert!", betonte Woelki.

Die Deutsche Bischofskonferenz hatte eine umfangreiche wissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben, um den 2010 öffentlich gewordenen Missbrauchsskandal anhand interner Akten über Priester seit dem Kriegsende bundesweit zu untersuchen. Nach Berichten des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" und der Wochenzeitung "Die Zeit" nennt die Studie zwischen 1946 und 2014 insgesamt 3.677 sexuelle Vergehen durch 1.670 Kleriker an überwiegend männlichen Minderjährigen. Am 25. September soll die Studie auf der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda vorgestellt werden.