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Ministerpräsident Söder: Kreuz steht für Überzeugung

Das Aufhängen eines geweihten Kreuzes in der Bayerischen Staatskanzlei hat für den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) nichts mit Wahlkampf zu tun. "Wir machen das, von dem wir überzeugt sind", sagte Söder der Schwäbischen Zeitung (Ravensburg, Samstagsausgabe). Politik brauche Haltung, Überzeugung und klare Konturen. Die bayerische Staatsregierung mache auch christliche Politik, indem sie Familien fördere, Pflege unterstütze, Obdachlosigkeit bekämpfe und für Menschen mit Behinderung viel Geld investiere.

Dass aus den Kirchen auch kritische Stellungnahmen zu der in Bayern seit 1. Juni geltenden Pflicht gegeben habe, im Eingangsbereich aller staatlichen Dienstgebäude ein Kreuz anzubringen, sei "normal und verständlich". Es gebe in der Kirche auch unterschiedliche Meinungen. Der Geistliche Rat, ein kirchlich-politisches Beratungsgremium des Landes, habe sich jedoch deutlich hinter das Aufhängen von Kreuzen gestellt, wie auch ein Großteil der Pfarrer in Bayern, sagte Söder. Auch bei seinem Besuch im Vatikan habe er für die Position viel Sympathie erfahren.

Der Passauer katholische Bischof Stefan Oster sagte der "Passauer Neuen Presse", er finde es gut, wenn jetzt überall in den bayerischen Behörden Kreuze hingen. "Und wenn ich nach den Motiven desjenigen gefragt werde, der das angeordnet hat, so sage ich: Ich kann in kein Herz hineinschauen", sagte Oster: "Ich kann die Motive nicht so leicht beurteilen, aber ich freue mich, dass Kreuze aufgehängt werden, weil sie uns an den Erlöser erinnern."

Der Kreuzerlass war bundesweit diskutiert worden. Kirchenvertreter hatten davor gewarnt, das Kreuz zu instrumentalisieren. Viele Kritiker sahen die Anordnung im Zusammenhang mit der bayerischen Landtagswahl in diesem Herbst.