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Leichnam von Billy Graham im US-Kapitol aufgebahrt

Der Leichnam des US-Predigers Billy Graham ist am Mittwoch im US-Kapitol in Washington von einer militärischen Ehrengarde aufgebahrt worden. Präsident Donald Trump, Kabinettsmitglieder, der Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, sowie zahlreiche Hinterbliebene nahmen an den Feierlichkeiten teil.

Graham habe die USA und die gesamte Welt verändert, sagte Trump. Er habe überall gepredigt, doch sein Herz sei "immer in Amerika gewesen". Er danke Gott für Grahams "außerordentliches Leben". Sein Vater Fred Trump sei ein großer Fan des Pastors gewesen, erklärte der Präsident. Er habe ihn einmal mitgenommen zu einer Predigt Grahams im Yankee-Stadion in New York. Das sei etwas ganz Besonderes gewesen.

Mit einer Aufbahrung im Kapitol werden üblicherweise Präsidenten, bedeutende Politikern und Offiziere geehrt. Graham ist der erste Religionsvertreter. Man ehre ihn für seinen "langen und hervorragenden Dienst an der Nation", erklärten Ryan und McConnell in einem Schreiben an die Billy Graham Evangelistic Association. Im Kapitol finden die Sitzungen des US-Senats und des Repräsentantenhauses statt.

Graham war am 21. Februar im Alter von 99 Jahren in seinem Altersruhesitz in Montreat im US-Staat North Carolina gestorben. Der baptistische Erweckungsprediger prägte wie kaum ein anderer den Protestantismus in den USA. Zeit seines Lebens soll er vor mehr als 200 Millionen Menschen gepredigt haben. Zahlreiche seiner weltweiten "Kreuzzüge" wurden im Fernsehen übertragen.

Der Pastor pflegte stets Kontakte zu US-Präsidenten. Eine besonders Freundschaft verband ihn mit dem Republikaner Richard Nixon. Der frühere Präsident Bill Clinton, ein Demokrat, stattete der Graham-Familie am Dienstag einen Kondolenzbesuch ab. Der Prediger sei ein "zutiefst guter Mensch gewesen", sagte Clinton laut einer Mitteilung der Billy Graham Evangelistic Association.

Kritik an der Aufbahrung kam vom Verband "Amerikaner für die Trennung von Kirche und Staat". Graham habe zwar vielen Menschen spirituell geholfen, räumte die Organisation ein. Doch es sei nicht Aufgabe der Regierung, ihn deswegen zu ehren. Die Bestattungsfeierlichkeiten finden am Freitag in North Carolina statt.