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Kongos Bischofskonferenz zweifelt Wahlsieg Tshisekedis an

Die kongolesische Bischofskonferenz hat den Wahlsieg des Oppositionspolitikers Félix Tshisekedi angezweifelt. Die am Donnerstag von der Wahlkommission veröffentlichten Ergebnisse deckten sich nicht mit denen, die mehr als 40.000 Wahlbeobachter im Auftrag der Kirche gesammelt hätten, erklärte die Konferenz in der Hauptstadt Kinshasa. Damit unterstützten die Bischöfe indirekt die Kritik des laut Wahlkommission unterlegenen Oppositionskandidaten Martin Fayulu, der der Regierung des scheidenden Präsidenten Joseph Kabila Wahlfälschung vorwirft.

Die Bischofskonferenz rief die Bevölkerung auf, auf jede Form von Gewalt zu verzichten. Wer das vorläufige Ergebnis anzweifle, müsse den Rechtsweg beschreiten. Die Verfassung der Demokratischen Republik Kongo sieht vor, dass das Verfassungsgericht Einsprüche binnen 14 Tagen prüft. Danach verkünden die Richter das endgültige Wahlergebnis.

Dem in der Nacht veröffentlichten vorläufigen Ergebnis zufolge hat Félix Tshisekedi bei der Wahl am 30. Dezember mehr als 38,5 Prozent der Stimmen erhalten. Martin Fayulu kam demnach auf 34,8 Prozent, der Kandidat der Partei Kabilas, Ramazani Shadary, auf nur 23,8 Prozent. Es gibt keine Stichwahl. Sollte das Ergebnis Bestand haben, könnte es der erste friedliche Regierungswechsel im Kongo seit der Unabhängigkeit 1960 werden.