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Kirchliches Forum will gegen rechtsextreme Tendenzen besser vorgehen

Der Boden für rechtsextremes Denken wird nach Auffassung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAGKR) in der Mitte der Gesellschaft bereitet. Diese Gesellschaftsschicht müsse besser in den Blick genommen werden, hieß es bei der Jahreskonferenz der Bundesarbeitsgemeinschaft am Samstag in Nürnberg.

Mit dem Forum "Menschenrechte verteidigen - Nächstenliebe leben" solle ein Zeichen gegen aktuelle rechtspopulistische Tendenzen und Erfolge in Deutschland gesetzt werden, erklärte die Bundesarbeitsgemeinschaft am Samstag. Rassismus, Hass, Hetze und jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit hätten in Deutschland und Europa keinen Platz, erklärte das Sprecherteam der BAGKR.

Allerdings seien Kirche und Theologie derzeit "nicht gut genug aufgestellt", um gegen rechte Tendenzen in der Kirche vorzugehen, sagte einer der Sprecher, der Theologe Christian Staffa, am Rande der Tagung dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Mit ein bisschen sozialdemokratischer Theologie und fröhlich-lächelndem Protestantismus kommen wir hier nicht weiter", erklärte er. Er forderte die Kirchen dazu auf, "viel mehr zu streiten".

Die Tagungsteilnehmer beschäftigten sich unter anderem mit dem Zusammenhang von Rechtspopulismus und Polemik gegen Genderismus, aber auch mit der Haltung christlicher Gruppen zu Israel oder Methoden gegen Hass in den sozialen Medien. Petra Brendel, Politikprofessorin an der Universität Erlangen, forderte mehr Aufmerksamkeit für den Schutz der Menschenrechte von Migranten. Diesen Menschenrechten wehe "ein starker Wind entgegen", sagte Brendel. Das Recht auf individuelles Asyl oder das Recht auf Nichtzurückweisung würden gerade an den Außengrenzen der EU oft nicht beachtet.

Zum Abschluss der Veranstaltung am Mahnmal für die Opfer der NSU-Terrorgruppe wurden der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, und der Nebenklage-Anwalt im NSU-Prozess, Mehmet Daimagüler, erwartet.