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Kinderpornos: Heilbronner Kirche schaltet Arbeitsrechtler ein

Im Fall des ehemaligen Leiters eines evangelischen Kindergartens, der Kinderpornografie gesammelt und selbst produziert haben soll, holt die Heilbronner Gesamtkirchengemeinde jetzt die Expertise eines Arbeitsrechtlers ein. Es müsse rekonstruiert werden, warum der Verdächtige nach Bekanntwerden der Vorwürfe nicht früher von seiner Position entfernt worden sei, sagte Pfarrer Matthias Treiber vom Heilbronner Krisenteam dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Dienstag. Bislang seien die Abläufe nicht klar.

Auf dem Computer des in Haft sitzenden Erziehers waren 2016 Tausende Dateien mit kinderpornografischen Bildern gefunden worden. Der für die evangelischen Kindergärten zuständige Kirchenpfleger war darüber erst im Sommer 2017 informiert worden. Dennoch dauerte es noch einmal bis zur Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft Mitte Januar, bevor der Mann den Kindergarten verlassen musste.

Treiber vermutet, dass Ursache für das lange Zögern ein Konflikt zwischen Arbeitsrecht und Kinderschutz gewesen sei. "Ich gehe davon aus, dass der Kirchenpfleger in bestem Wissen gehandelt hat", sagte er. Dass der beschuldigte Erzieher im privaten Umfeld selbst kinderpornografisches Material produziert haben soll, sei erst vor wenigen Tagen bekanntgeworden. Es gebe aber bislang keinen Hinweis darauf, dass der Mann für seine Fotos Jungen oder Mädchen aus dem Kindergarten missbraucht habe.

Nach den neuen Vorwürfen gegen den 31-jährigen Erzieher wurde der ursprünglich für diesen Freitag angesetzte Prozess gegen ihn vom Amtsgericht Heilbronn verschoben. Das Verfahren soll nun im späten Frühjahr beginnen.