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Katholikentag will Zeichen gegen Fremdenhass setzen

Der Deutsche Katholikentag in Münster will Zeichen gegen Fremdenhass setzen. Das Christentreffen unter dem Motto "Suche Frieden" wolle "eine klare Manifestation gegen Populismus und Fremdenfeindlichkeit in unserem Land" sein, sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, kurz vor der Eröffnung am Mittwoch. Zugleich werde er die Bereitschaft der Christen zu Solidarität, Toleranz und Verantwortungsbereitschaft zeigen. Frieden könne es nicht ohne Gerechtigkeit geben. "Weder in der Flüchtlings- noch in der Umwelt- oder Sozialpolitik können wir an der Frage der Gerechtigkeit vorbeischauen", sagte Sternberg.

Schwerpunkte unter den rund 1.000 Veranstaltungen des Katholikentags sind laut Sternberg das Verhältnis von Staat, Kirche und Religion sowie der Dialog der Religionen. Kein Staat könne den inneren Frieden dauerhaft bewahren, wenn er sein Verhältnis zu den Religionsgemeinschaften und Gläubigen nicht geklärt habe, sagte Sternberg.

Seit dem historischen Katholikentag 1990 in Berlin, kurz nach dem Fall der Mauer, hätten nicht mehr so viele Menschen den Weg zum Katholikentag gefunden, sagte Sternberg. Mehr als 50.000 Menschen hätten Dauerkarten, hinzu kämen jetzt schon rund 20.000 Tagesteilnehmer.

Der Bischof des Bistums Münster, Felix Genn, kritisierte scharf die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch den US-Präsidenten Donald Trump als "verheerendes Signal". Damit setze der US-Präsident seine unberechenbare Politik fort. Christen dürften an den weltweiten Kriegs- und Konfliktsituationen jedoch nicht verzweifeln, sondern müssten die Friedensbewegung wieder sichtbarer und präsenter machen, erklärte der Münsteraner Bischof.

Genn hob das Engagement des Katholikentags gegen Fremdenfeindlichkeit hervor. "Rassismus, Fremdenfeindlichkeit oder Hetze gegen Menschen mit Behinderungen müssen als das benannt werden, was sie sind: menschenfeindlich und zutiefst unchristlich", sagte der Bischof. Auch zu einem entschiedenen Entgegentreten gegen Judenhass rief Genn auf. Zugleich unterstrich der Bischof die Bedeutung von Meinungs- und Pressefreiheit für eine demokratische und friedliche Gesellschaft.

Genn kritisierte zudem eine "überflüssige Schein-Debatte" über die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre. Eine solche Debatte stärke irrationale Vorurteile und Ängste. "Die muslimischen Menschen in unserem Land gehören natürlich zu Deutschland, viele von ihnen sind längst Bürgerinnen und Bürger unseres Landes", unterstrich Genn.

Am Mittwochabend sollte der 101. Deutsche Katholikentag unter dem Motto "Suche Frieden" in Münster eröffnet werden. Bis Sonntag werden mehrere Zehntausend Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet zu mehr als 1.000 Veranstaltungen in der westfälischen Stadt erwartet. Das Themenspektrum reicht von Klimaschutz über Flüchtlinge, soziale Gerechtigkeit bis hin zu Spiritualität und Glauben. Zu dem Christentreffen wurden zum Auftakt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und am Freitag Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet.