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Katholikentag wendet sich gegen Ausgrenzung und Diskriminierung

Mit Appellen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung hat der 101. Katholikentag in Münster begonnen. Das Motto "Suche Frieden" richte sich an jeden einzelnen Menschen, sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, am Mittwochabend bei der Eröffnung vor Tausenden Katholiken auf dem Münsteraner Domplatz. Zugleich warnte Sternberg mit deutlichen Worten vor Populismus.

Bis Sonntag werden auf dem Katholikentag in der westfälischen Stadt weit mehr als 50.000 Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet zu mehr als 1.000 Veranstaltungen erwartet. Das Themenspektrum reicht von Fragen der Religiosität bis hin zu Klimaschutz und Flucht.

"Heulen wir mit jenen Wölfen, die mit populistischen Phrasen Ausgrenzung betreiben und Missgunst säen?", fragte Sternberg. Immer wieder stünden Menschen vor der Entscheidung, "Momente des Unfriedens zu entschärfen" oder Öl ins Feuer zu gießen, betonte er. Christen könne ihr Glaube hierbei Orientierung bieten: "Als Christen haben wir einen Maßstab, den wir nicht zur Seite legen können, ohne unseren Glauben zu verleugnen."

Nach christlichem Verständnis müsse Frieden das Ziel für alle Menschen sein, betonte Sternberg. "Seit über 70 Jahren dürfen wir in diesem Land im Frieden leben", sagte er. Die Idee eines geeinten und friedlichen Europas sei verwirklicht worden. "Deshalb sagen wir ja zu Europa, ja zu weltweiter Gerechtigkeit und nein zu jedem Nationalismus und Egoismus."

In seinem Grußwort, das auf dem Domplatz vorgetragen wurde, hob Papst Franziskus die globale Bedeutung des Friedens hervor. "Wir können beobachten, dass im familiären Bereich, an Arbeitsplätzen, in Vereinigungen, in Stadtteilen, Regionen und Nationen sowie überall dort, wo der Mensch als solcher nicht als eine Gabe Gottes angenommen wird, Unfriede, Missgunst und Hass zutage treten." Frieden zu suchen, sei Aufgabe aller Menschen.

Der Papst appellierte an die Christen verschiedener Konfessionen, sich in der Gesellschaft gemeinsam zu engagieren. Die gerechte Teilhabe aller Männer und Frauen am Wohlergehen ihrer Gesellschaften in aller Welt sei Grundlage eines dauerhaften Friedens, erklärte das Kirchenoberhaupt.

Dem Thema Frieden kommt im Jahr 2018 eine besondere Bedeutung: Vor 400 Jahren begann der Dreißigjährige Konfessionskrieg. Die Friedensschlüsse von Münster und Osnabrück 1648 beendeten die militärischen Auseinandersetzungen und schufen ein neues Gleichgewicht zwischen den europäischen Großmächten. 100 Jahre sind seit dem Ende des Ersten Weltkriegs vergangen.