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Joachim Gauck erhält Gustav-Adolf-Preis 2018

Alt-Bundespräsident Joachim Gauck erhält für sein friedenspolitisches Engagement den mit 5.000 Euro dotierten hessen-nassauischen Gustav-Adolf-Preis. Der 78-jährige Pfarrer und erste Beauftragte für die Stasi-Unterlagen werde am 2. November in einem Gottesdienst in der Wormser Lutherkirche geehrt, teilte das Gustav-Adolf-Werk Hessen-Nassau am Mittwoch in Kronberg mit. Die Predigt übernimmt Prälatin Gabriele Wulz, Präsidentin des Gustav-Adolf-Werks (GAW) der Evangelischen Kirche in Deutschland. Laudatorin ist die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Der GAW-Vorsitzende, Pfarrer Gerhard Hechler, sagte, Gaucks "Aufruf zur Toleranz, auch als einer Abkehr von bloßer Gleichgültigkeit, wiederholt die Mahnung zur Brüderlichkeit". Der Alt-Bundespräsident habe damit "jederzeit auf vielfältige Weise dazu verholfen, Nächstenliebe zu bezeugen und Menschen zu ihrer Achtung und Würde zu verhelfen". Der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel (SPD) sagte, Gauck habe sich als bekennender Christ, Pfarrer und Politiker in der DDR und im vereinten Deutschland für Freiheit des Einzelnen und für Toleranz gegenüber Minderheiten eingesetzt.

Der in Rostock geborene Gauck gehörte zu DDR-Zeiten als Pfarrer zu den wichtigsten Bürgerrechtlern. Als Mitglied des Neuen Forums war er an der friedlichen Revolution vor der Wiedervereinigung beteiligt und gehörte auch der ersten frei gewählten Volkskammer an. Von 2012 bis 2017 war er Bundespräsident. Gauck wird in diesem Herbst auch noch mit dem Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung und mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen geehrt.

Das GAW Hessen-Nassau zeichnet seit 1997 in unregelmäßigen Abständen Persönlichkeiten aus, die aus ihrem protestantischen Selbstverständnis heraus eine gesellschaftliche Vorbildfunktion übernehmen und ein Zeichen setzen für die Wahrung der Menschenrechte, den Schutz von Minderheiten oder für das Recht auf eigene Identität, Kultur und Religion. Preisträger waren unter anderen der frühere Bremer Bürgermeister Hans Koschnick, Alt-Bundespräsident Johannes Rau, die ehemalige Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, die Geigerin Anne Sophie Mutter und zuletzt 2013 der Essener Schuhunternehmer Heinz-Horst Deichmann.