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Imamin Ates: Deutschland darf Muslime nicht privilegieren

Der deutsche Staat darf Muslimen nach Ansicht der Gründerin der liberalen Ibn Rushd-Goethe Moschee, Seyran Ates, keine religiösen Privilegien einräumen. "Wir müssen genau hingucken, ob wir nicht im Namen einer vermeintlichen Religionsfreiheit viel von unseren verfassungsrechtlich verankerten Werten weggeben", sagte die Imamin und Rechtsanwältin am Freitag auf dem Katholikentag in Münster. Sie warnte vor einer zunehmenden Islamisierung der deutschen Gesellschaft.

"Im Namen des Islams wird viel Religionsfreiheit eingefordert, vor allem von den Menschen, die die Religionsfreiheit nicht akzeptieren", sagte Ates. Im Kopftuch-Verbot in öffentlichen Behörden in Deutschland sieht sie die Option, Kirche und Staat zu trennen.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) sprach sich gegen ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen aus. Religiöse Symbole dürften nicht aus dem öffentlichen Raum verdrängt werden, sagte der Grünen-Politiker. "Worin liegt das Problem, wenn der Lehrer nun eine Kippa aufhat?", fragte Kretschmann. Insbesondere Schüler müssten lernen, es zu tolerieren, dass jemand etwas trage, das ihnen vielleicht sogar missfalle.