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Heil: Wandel der Arbeit durch Digitalisierung sozial gestalten

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat Verständnis für die Ängste von Arbeitnehmern, ihren Arbeitsplatz durch die Digitalisierung zu verlieren. "Natürlich kann ich diese Sorgen nachvollziehen", sagte Heil am Samstag auf dem Katholikentag in Münster. "Aber ich bin mir ganz sicher: Unserer Gesellschaft wird die Arbeit nicht ausgehen." Die Arbeitsplätze der Zukunft würden anders aussehen als heute. Zu seinen Aufgaben gehöre es, den technischen Fortschritt sozial zu gestalten.

Natürlich sehe er auch die Gefahren der Digitalisierung, räumte der SPD-Minister ein. Inzwischen seien nicht nur einfache Arbeitsplätze etwa in der Autofertigung betroffen, auch Jobs mit einer höheren Qualifikation wie beispielsweise Übersetzer seien gefährdet.

Der Bundesvorsitzende der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), Andreas Luttmer-Bensmann, artikulierte die Ängste, die er bei den Arbeitnehmern festgestellt habe: "Uns treibt auch die Sorge um, ob mit der Digitalisierung wirklich gute Jobs entstehen." Diese Ängste konnte auch der Arbeitsminister nicht gänzlich zerstreuen. "Wir werden sehen, ob und wie uns das gelingt", sagte Heil. Für Kulturpessimismus gebe es aber keinen Anlass.

Der Arbeitsmarktforscher Hilmar Schneider wies in der Diskussion auf neue Bedürfnisse hin, die durch den technischen Fortschritt entstünden. "Da werden ganz neue Dienstleistungen entstehen, die uns das Leben noch bedeutend bequemer machen", sagte Schneider. Gleichzeitig warnte er von der "Verletzlichkeit einer hochgradig technisierten Gesellschaft".