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Gesprächsangebot Söders in Kreuz-Debatte findet Zustimmung

Ein Gesprächsangebot des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) in der Kreuz-Debatte stößt bei Parteifreunden einem Medienbericht zufolge auf Zustimmung. Der CSU-Ehrenvorsitzende Theo Waigel sagte der "Augsburger Allgemeinen" (Donnerstag), dass er das Angebot Söders zu einem breiten Dialog begrüße, "weil es zum gesellschaftlichen und politischen Frieden beiträgt". Er glaube, dass Söders Vorschlag eines Runden Tisches zu Werten, Kultur und Identität des Landes die Debatte befrieden könnte: "Durch einen solchen Dialog könnte die Kritik an der Anordnung zum Anbringen von Kreuzen in Behörden entkräftet werden", sagte Waigel.

Söder plant einen Runden Tisch zu Werten, Kultur und Identität des Landes. Dazu will der bayerische Ministerpräsident auch Vertreter der beiden großen Kirchen einladen. "Ausdrücklich soll es auch ein Gesprächsangebot an Kritiker sein", erläuterte Söder dem Bericht zufolge.

Die Bayerische Staatsregierung hatte kürzlich angeordnet, im Eingangsbereich aller Behörden Kreuze anzubringen. Im Eingangsbereich aller staatlichen Dienstgebäude muss ab 1. Juni als Ausdruck der "geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns" deutlich wahrnehmbar ein Kreuz als sichtbares Bekenntnis zu den Grundwerten der Rechts- und Gesellschaftsordnung angebracht werden. Dies hatte massive Kritik auch von Kirchenvertretern zur Folge. Der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, hatte kritisiert, mit der Kreuz-Anordnung werde "Spaltung, Unruhe und Gegeneinander" ausgelöst.

Der ehemalige bayerische Landtagspräsident Alois Glück (CSU), sagte der "Augsburger Allgemeinen", Söders Gesprächsangebot könne dazu beitragen, "die Situation mit den Kirchen, auch mit Kardinal Reinhard Marx und dem evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm wieder zu normalisieren". Zugleich äußerte der frühere Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Kritik an der Art und Weise, wie der Kreuz-Erlass zustande gekommen sei: "Natürlich wäre es sehr viel besser gewesen, einen breiten Dialog an den Anfang zu stellen."