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EU-Politiker Brok: Folgen des Klimas für Migration zu wenig im Blick

Die Auswirkungen des Klimawandels auf Migration sind nach Einschätzung des Europapolitikers Elmar Brok (CDU) in Europa noch zu selten im Blick. Es müsse deutlicher gemacht werden, dass die Verbesserung von Lebensbedingungen in anderen Ländern beispielsweise im Bereich der Klimapolitik zu mehr Sicherheit in Europa führe, sagte Brok am Samstag in Münster beim Deutschen Katholikentag. Wenn das klarer sei, gebe es auch mehr Unterstützung in der Bevölkerung. "Das ist uns bislang in breiten Bevölkerungsschichten nicht gelungen", räumte Brok ein.

Die grüne Europaabgeordnete Rebecca Harms beklagte, dass es in der Gesellschaft und in der Industrie in Deutschland und Europa noch zu wenig Bereitschaft gebe, umweltpolitische Verantwortung zu übernehmen. Als Beispiel nannte sie mangelnde Konsequenzen für die Industrie nach dem Diesel-Skandal. Obwohl klar sei, dass Deutschland die Ziele des Pariser Klimaabkommens bei der Verringerung der Emissionen nicht erreiche, blieben die gesetzlichen Standards für Automobilindustrie viel zu niedrig. Die Technologie für besseren Klimaschutz gebe es, es müsse nur jetzt rasch gehandelt werden.

Nach Einschätzung des Potsdamer Klimaexperten Ottmar Edenhofer bedroht schon heute der Klimawandel die Stabilität und den Frieden in vielen Ländern. In den nächsten Jahren könnten durch den Klimawandel bis zu 200 Millionen Menschen zusätzlich in die Flucht aus ihren Ländern getrieben werden, warnte er. Konflikte infolge des Klimawandels könnten Nationalstaaten allein nicht mehr lösen, mahnte der stellvertretende Direktor des Potsdamer Instituts für Klimaforschung (PIK). Die von Populisten geforderte Rückkehr zum Nationalstaat sei der falsche Weg. "Was wir brauchen, ist eine Abkehr von Populismus und ein Mehr an interstaatlicher Kooperation", unterstrich Edenhofer.