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Ermittlungen wegen Missbrauchs in katholischer Kirche

Nach einer Anzeige von Strafrechtsprofessoren haben einem Zeitungsbericht zufolge vier Staatsanwaltschaften Ermittlungen wegen des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche eingeleitet. Die Ermittlungen richteten sich gegen Unbekannt, meldete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Donnerstag). 20 Staatsanwaltschaften prüften die Anzeige noch. Durchsuchungen oder Beschlagnahmen, wie sie die Strafrechtler gefordert hatten, hätten nicht stattgefunden.

Nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie der katholischen Kirche im September hatten Jura-Professoren um den Passauer Strafrechtler Holm Putzke bei den Staatsanwaltschaften in allen 27 Bistümern Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Die von der Deutschen Bischofskonferenz in Auftrag gegebene Missbrauchsstudie liefere "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte" für Straftaten, zitierte der "Spiegel" aus der Anzeige. Deshalb seien die Behörden verpflichtet, die Kirchenakten sicherzustellen: "Die Fakten der Studie rechtfertigen eine Durchsuchung sämtlicher Diözesen."

Die Bischofskonferenz hatte Ende September eine von ihr in Auftrag gegebene Studie zu sexuellem Missbrauch an Minderjährigen durch Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige veröffentlicht. Die Studie ergab, dass zwischen 1946 und 2014 insgesamt 3.677 Minderjährige Opfer sexuellen Missbrauchs wurden. Es fanden sich Hinweise auf 1.670 beschuldigte Kleriker. Für die Studie wurden Personalakten der 27 deutschen Bistümer ausgewertet.