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Erfurt verschiebt Entscheidung über Katholikentag

Die für Mittwoch im Erfurter Stadtrat geplante Entscheidung über eine Ausrichtung des 103. Deutschen Katholikentages 2024 wird verschoben. Die Verwaltung habe den Punkt von der Tagesordnung genommen, sagte der Vorsitzende des Kulturausschusses, Wolfgang Beese (SPD), am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das von ihm geleitete Gremium hatte sich zuvor mehrheitlich gegen eine kurzfristige Befassung mit dem Thema entschieden. Danach sei es auch im Finanzausschuss nicht beraten worden.

Den Stadträten habe vor allem die Einsicht für die "Dringlichkeit" der Vorlage gefehlt. Das Zentralkomitee der Katholiken werde erst im November über den Ausrichtungsort entscheiden, sagte der SPD-Politiker. Vor dem Hintergrund des in Rede stehenden städtischen Beitrags von 1,2 Millionen Euro mahnte er eine sachliche Debatte an, die auch Zeit benötige. Verglichen mit den knapp 70.000 Euro, die im städtischen Haushalt in diesem Jahr für die Soziokultur bereitstünden, gehe es um eine ganze Menge Geld.

Für ihn sei die in Rede stehende Summe zu groß, erklärte Beese. Er zeigte sich aber überzeugt, dass letztlich die notwendige und sogar eine deutliche Mehrheit im Stadtrat für die Bewerbung zusammenkomme. Als ein Indiz dafür könne der persönliche Einsatz des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) angesehen werden. Ramelow hatte zum Abschluss des 101. Katholikentages in Münster am Wochenende erklärt, er "persönlich würde den Katholikentag 2024 in Erfurt als wunderbares Zeichen für religiöse Vielfalt sehr begrüßen".