Newsfeed-Tickermeldung - Zentralredaktion/epd-Zentralredaktion
DFB-Präsident: Digitale Gesellschaft führt zu Vereinzelung

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Reinhard Grindel, schätzt auch im Alltag religiöse Werte. "Die christlichen Werte, insbesondere Menschenwürde, Toleranz, Respekt und Vielfalt als Einheit wahrzunehmen - das ist mir wichtig", sagte Grindel dem christlichen Medienmagazin "pro" (Ausgabe 2/2018). "Wir geraten doch in einer digital geprägten Gesellschaft immer mehr in die Gefahr der Vereinzelung." Jeder sei zunehmend mit sich und seinem Handy allein, beklagte der 56-Jährige, der seit circa zwei Jahren an der Spitze des DFB steht.

Zwar gehe er nicht regelmäßig in die Kirche, doch manchmal wende er sich direkt an Jesus Christus: "Ich bitte ab und an für mich persönlich um Kraft", sagte Grindel, der selbst Katholik ist, dem Magazin. Er hoffe, dadurch Kraft zu bekommen, um richtige Entscheidungen zu treffen. Am Ende wolle er sagen können: "Du bist anständig mit dir und deiner Umwelt umgegangen, du kannst dein Handeln auch unter ethischen Gesichtspunkten vertreten."

Grindel verteidigte zudem die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland im Sommer 2018. Es habe, soweit ihm bekannt, im vergangenen Jahr während des Confed-Cups in Russland keine antisemitischen, fremdenfeindlichen oder menschenverachtenden Zwischenfälle gegeben, sagte Grindel dem Medienmagazin "pro". "Das ist auch meine Erwartung an die Weltmeisterschaft."
Laut dem Magazin geraten immer wieder russische Fußballfans wegen Homophobie oder Rassismus in die Schlagzeilen.

Wenn er nicht als DFB-Präsident, sondern als Journalist bei der Fußball-WM vertreten wäre, würde er sich mit politischen Fragen beschäftigen: "Was bringt eine solche Sport-Großveranstaltung der demokratischen Entwicklung eines Landes? Wie nachhaltig ist dies in einem Land wie Russland?", fragte Grindel, der lange Zeit selbst als Journalist, unter anderem für das ZDF, gearbeitet hat.